Laut dem Bundesministerium für Gesundheit leiden allein in Deutschland 2-10% aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen an ADHS. Diese Zahl deckt sich mit den aktuellen Schätzungen aus Fachkreisen, die allerdings noch nach den Kriterien verschiedener international anerkannter Klassifikationssysteme unterscheiden. Nach den Bemessungskriterien von DSM-IV sind etwa 4-8% betroffen, nach ICD-10 sind es 1-3%. Das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen wird mit 1:3 angegeben.
Das Deutsche Ärzteblatt spricht in seiner Ausgabe 37 vom 10. September 2004 von 1,3% bist 4,7% Betroffenen im Erwachsenenalter. ADHS im Erwachsenenalter ist seit 1995 bekannt und wurde 2003 auch in Deutschland anerkannt. Bis zu 70% der im Jugendalter von ADHS Betroffenen behalten die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter, wo sich die Symptome allerdings ändern. Meistens verschwindet die eventuell vorhandene extrovertierte Unruhe zugunsten einer inneren. Folgeerkrankungen wie Depression, Angststörungen und Selbstwertprobleme sowie Phobien und Essstörungen (vornehmlich bei Frauen) sind möglich.
Die Behauptung, ADHS sei eine Modeerkrankung unserer Zeit ist nicht belegt. Man geht davon aus, dass ADHS nicht häufiger besteht als früher, ihr wird nur durch verschiedene gesellschaftliche und wissenschaftliche Veränderungen und Fortschritte mehr Beachtung geschenkt.
Die Fakten im Überblick
2-10% aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen leiden in Deutschland an ADHS (laut dem Bundesministerium für Gesundheit)
Das Diagnose-Verhältnis von Jungen zu Mädchen wird mit 1:3 angegeben
1,3% bis 4,7% der Erwachsenen sind betroffen